Die geheimen Berichte der "Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) des Ministeriums für Staatssicherheit an die Partei- und Staatsführung der DDR sind eine zeitgeschichtliche Quelle von hohem Wert.

Sie wurden von 1953 bis 1989 angefertigt und offenbaren den spezifischen Blick der Stasi auf die DDR: Informationen über Wirtschaft und Versorgung sind dort ebenso zu finden wie Hinweise auf vermeintlich oppositionelles Verhalten sowie Statistiken zum Devisenumtausch oder zu Flucht und Ausreise.

1953: Im Juni löste der Volksaufstand in der Stasi eine intensive Stimmungs- und Lageberichterstattung aus, die innerhalb von wenigen Wochen in ein geregeltes Informationswesen mit festen Strukturen und einem vorgegebenen Berichtskanon mündete. Die prekäre Situation nach dem Aufstand, die Ängste der Machthaber und ihre Feindbilder spiegeln sich in den Berichten dieses Jahres. Die Stimmung in den Industriebetrieben ist Thema der Berichte ebenso wie die Lage in der Landwirtschaft und in den Blockparteien. Im Oktober erhielt der tägliche Lagebericht die Bezeichnung "Informationsdienst" mit festen Rubriken wie "Lage in der Industrie, Verkehr, Handel und Landwirtschaft", "Stimmung der übrigen Bevölkerung" oder "Feindtätigkeit".

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