Die geheimen Berichte der "Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) des Ministeriums für Staatssicherheit an die Partei- und Staatsführung der DDR sind eine zeitgeschichtliche Quelle von hohem Wert.

Sie wurden von 1953 bis 1989 angefertigt und offenbaren den spezifischen Blick der Stasi auf die DDR: Informationen über Wirtschaft und Versorgung sind dort ebenso zu finden wie Hinweise auf vermeintlich oppositionelles Verhalten sowie Statistiken zum Devisenumtausch oder zu Flucht und Ausreise.

Die Berichte des Jahres 1956 spiegeln die völlige Verunsicherung der Bevölkerung in der DDR, ausgelöst durch den XX. Parteitag der KPdSU und die Abkehr von Stalin. Die Machtbasis der SED schien zu bröckeln, umso dichter informierte die Stasi die Partei- und Staatsführung über die Stimmung im Land. Nach dem Arbeiteraufstand in Posen im Juni und dem Volksaufstand in Ungarn im Oktober wuchs die Unruhe in der DDR. Es kam immer wieder zu kurzen Streiks und zu Protesten in Betrieben sowie an den Universitäten. Mithilfe von punktuellen Zugeständnissen versuchte die SED, eine Eskalation zu verhindern.

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