Die geheimen Berichte der "Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) des Ministeriums für Staatssicherheit an die Partei- und Staatsführung der DDR sind eine zeitgeschichtliche Quelle von hohem Wert.

Sie wurden von 1953 bis 1989 angefertigt und offenbaren den spezifischen Blick der Stasi auf die DDR: Informationen über Wirtschaft und Versorgung sind dort ebenso zu finden wie Hinweise auf vermeintlich oppositionelles Verhalten sowie Statistiken zum Devisenumtausch oder zu Flucht und Ausreise.

1964: Die ersten Passierscheinabkommen ermöglichen es der Westberliner Bevölkerung, zum Jahreswechsel 1963/64 ihre Verwandten in Ostberlin erstmals nach dem Mauerbau wieder zu besuchen. Ab November wird DDR-Rentnern auch umgekehrt der Weg in den Westen gestattet. In den ZAIG-Berichten spiegelt das MfS eigene Befürchtungen ebenso wie Kontroversen zwischen Bonn und Westberlin. Zugleich berichtet es über Oppositionelle wie Robert Havemann oder Heinz Brandt, die isoliert werden sollen. Genauer Beobachtung unterliegen das letzte gesamtdeutsche Jugendtreffen der FDJ in Ostberlin ebenso wie die Aktivitäten der Kirchen.

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