Die geheimen Berichte der "Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) des Ministeriums für Staatssicherheit an die Partei- und Staatsführung der DDR sind eine zeitgeschichtliche Quelle von hohem Wert.

Sie wurden von 1953 bis 1989 angefertigt und offenbaren den spezifischen Blick der Stasi auf die DDR: Informationen über Wirtschaft und Versorgung sind dort ebenso zu finden wie Hinweise auf vermeintlich oppositionelles Verhalten sowie Statistiken zum Devisenumtausch oder zu Flucht und Ausreise.

1988 dominierte in den Meldungen der Stasi das Aufbegehren von Teilen der ostdeutschen Bevölkerung gegen den vormundschaftlichen Staat und das zunehmend öffentliche Eintreten für ein selbstbestimmtes Leben. Die Staatssicherheit informierte über die Proteste auf der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration, über die Aktionen kirchennaher Kreise zur Unterstützung von Verhafteten sowie über die Schulverweise, die Schüler der Berliner Ossietzky-Schule wegen pazifistischer Tendenzen erhielten. Sie berichtete über die spektakuläre Flucht von drei jungen Männern in einem Lastkraftwagen über die Glienicker Brücke, von Aktionen Ausreisewilliger im öffentlichen Raum sowie von Besuchen westdeutscher Politiker bei DDR-Oppositionellen.

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