Die geheimen Berichte, die die "Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) des Ministeriums für Staatssicherheit bzw. ihre Vorläufer zur Information der Partei- und Staatsführung der DDR seit dem Juniaufstand 1953 bis zum Dezember 1989 verfasst hat, sind eine zeitgeschichtliche Quelle von hohem historischen Wert. Es sind Berichte, die 37 Jahre lang in unterschiedlichen Formen und Frequenzen angefertigt wurden und den spezifischen Blick der Stasi auf und in die DDR offenbaren: Hinweise auf vermeintliches oder wirkliches oppositionelles Verhalten sind dort ebenso zu finden wie Problemlagen in Wirtschaft und Versorgung sowie Statistiken zu Devisenumtausch, Ausreise- und Fluchtfällen. Scheinbar Triviales steht hier neben den größeren und kleineren "Schwierigkeiten", die sich bei der Etablierung und Aufrechterhaltung der SED-Herrschaft und dem Aufbau des "real existierenden Sozialismus" ergaben. Es entfaltet sich ein breitgefächertes Spektrum, eine Art Tiefenbohrung in die DDR-Gesellschaft, geprägt von der geheimdienstlichen Sicht, die vor allem darauf bedacht war, politisch abweichendes Verhalten und sicherheitsrelevante Probleme aufzudecken und zu neutralisieren.
Die Edition wird in unterschiedlichen Publikationsformen zugänglich gemacht: einer Buchversion im Umfang von 320 Seiten, die eine ausführliche Einleitung und im Dokumententeil eine Auswahl des jeweiligen Gesamtjahrganges präsentiert, und einer CD-ROM, auf der der komplette Jahrgang in Form einer Datenbank hinterlegt ist und die komfortable Recherchemöglichkeiten bietet. Wir präsentieren hier die Online-Version der Edition (nähere Anleitungen im Hilfetext), die auch jahrgangsübergreifende Recherchen ermöglicht. Die Datenbank wird jährlich erweitert, denn ein Jahr nach Erscheinen eines Bandes wird der jeweilige Jahrgang im Internet zugänglich gemacht. Die Buchversion bleibt jedoch weiterhin lieferbar.